Breaking News :
November 02, 2026

 

 

 

Wasserversorung in Altenstädt

Nicht immer bekam man als Hausbewohner das Wasser komfortabel über die Wasserleitung in die Wohnung transportiert. In früherer Zeit musste man sich das kostbare Nass mit viel Mühe aus den Brunnen des Dorfes ziehen.
Von den Brunnen gab es einige in Altenstädt - siehe weiter unten. Das Hauptquellgebiet befand sich auf dem heutigen Dorfplatz (ehemals Hof Döring). 
Im Jahr 2019 hatte Herbert Kimm die Idee, einen der Brunnen auf dem Dorfplatz wieder sichtbar zu machen. Dazu nutze er eine Wünschelrute, um den Wasserverlauf und den Brunnen am noch wage vermuteten Ort zu finden, hier eine Aufnahme von Bernd Ritter: 

Herbert Kimm Wuenschelrute 062019   Herbert Kimm Wuenschelrute 062019 2

Eine Öffnung des Brunnens erwies sich aber als zu aufwendig und teuer, so dass man sich im Rahmen der Dorferneuereung 2026 (Maßnahmen Dorfplatz) den Standort der Brunnesn anzudeuten und eine weitere Geschichtstafel dort anzubringen (gespendet vom Altenstädter Backhausverein).

Hinweis: wenn Ihr im Suchfenster oben rechts auf dieser Seite "Wasserversorgung" eingebt, werdet Ihr auf weitere interessante Altenstaedt.de-Seiten geleitet! 
Zun Beitritt Altenstädts zum Wasserbeschaffungsverband Wolfhagen: siehe Sonderseite "Wasser für Altenstädt!

Im Rahmen des Altenstädter Erzählcafes wurde das Thema "Grundversorgung früher" besprochen, dabei ging es auch um die Wasserversorgung.
Die hierzu vorbereiteten Texte von Werner Gerholdgeben einen guten Überblick über das Thema:

Wasser in Altenstädt

von Werner Gerhold

1. Siedlungen und Ortschaften entstanden dort wo es Wasser gab. Wasser ist und war ach früher die Voraussetzung für leben.
2. Wichtig waren das Oberflächen Wasser also Bachläufe wo man das Wasser abschöpfen konnte. In Altenstädt waren es das Semmet der Karbach (Flurbezeichnung der kleinen und großen Corbach 1857) der Breitenbach am Lindchen. Die Spohle die in die Elbe mündet.
3. Es gab auch das Wasserrecht das von den Behörden ausgestellt wurde. Der Bauer Heinrich Gerhold hatte das Recht die Spohle und xxx mit einem Wehr abzudämmen und die Junkerwiesen damit zu bewässern.
4. Um den gestiegenen Wasserbedarf zu decken begann man Brunnen zu bauen hiervon gab es unzählige im Dorf. Das Haupt Quellgebiet war aber mitten im Dorf (heute Dorfplatz) bei dem Ausbaumaßnamen wurde eine Kunststoffplane eingebaut um den Treibsand zu Stabilisieren. Bekannte Brunnen waren: Voßborn (Schöpf Brunnen), Hof Blum zur Pforte, Gerhold Heinrich Schröder Str. (bei Wassermangel durch die Leitung von Ippinghausen wurde das ganze Unterdorf für Mensch und Tier von Diesem Brunnen versorgt). Walter Döring heute Dorfplatz mit zwei Brunnen. Ernst Döring Kasseler Str. 4.
5. Im Dorf selbst gab es keine fliesenden Gewässer, um den Wasserbedarf im Brandfall abzudecken wurde in der Teichstraße ein Löschdeich angelegt.
6. 1909 wurde der Wasser Verband Altenstädt-Ippinghausen gegründet. Der Rohrleitungsausbau wurde in den Jahren 1909-1916 vorgenommen. Weil das Wasser im freien Gefälle nach Altenstädt fliesen musste gab es in Altenstädt oft Wassermangel. Akte Wolfhagen 1899. Bau eines Hochbehälters in Altenstädt 1913-14. Zwischenzeitlich wurden neue Rohre mit eine Pumpstation und einen neuen Hochbehälter in Altenstädt realisiert. Die Auflösung des Wasser Verbandes verlief unter Schwierigkeiten wurden die gemeine Ippinghausen nach Wolfhagen und Altenstädt nach Naumburg eingemeindet mit eine unterschiedlichen Wasser Satzung. Am 26.05.1976 Beschließt di Stadtverordneten Versammlung Naumburg und Orstbeirat Altenstädt einen Wasserlieferungsvertrag mit der Stadt Wolfhagen.

Wasser und Brunnen in Altenstädt

Vortrag im Rahmen des Altenstädter Erzählcafes im 2016 von Werner Gerhold

1. Siedlungen Ortschaften entstehen wo es Wasser gab

- Wichtig waren Oberflächenwasser, Quellen und Bachläufe
- In Altenstädt: Karbach, Semmetbach mit Quelle, Spohle und aus dem Dorfe ein kleiner Bach
- Flurbezeichnung 1857 : kleiner Corbach, großer Corbach und Breitenbach am Lindchen.
- Wasserrecht zum Bewässern der Wiesen. Beispiel die Junkerwiese bei Gerholds Scheune.
- Neben der Semmetquelle gab es auch einige kleinere Quellen
       - Lehrer Henkelmann beschreibt 1892 Im Sülzborn war nahe beim Acker eine frische Quelle, an der wir unseren Durst stillen konnten.
       - Sandstück bei der Feldscheune.

Das waren alles Schöpfquelle an denen man ohne aufwand Wasser entnehmen konnte.

2. Mit zunehmender Einwohnerzahl in dem Dorf, wurden die Quellen eingefasst, Brunnen aus denen das Wasser mit Eimern mittels Seile herauf gezogen wurde.

- Wo gab es in Altenstädt offene Brunnen?
    - Voßborn
    - Blum zur Pforte

Wir stehen hier auf Historischen Gelände mit Treibsand im Untergrund eine gute Voraussetzung für ein Quellgebiet. Das Gebiet erstreckt sich vom heutigen Dorfplatz bis zur Kasseler Straße, zur Pforte bis über die Teichstraße.

3. Um Verunreinigungen zu verhindern wurden später geschlossen Brunnen mit einer Handpumpe gebaut. Die noch bis in den 70er Jahren genutzt wurden.

- Hof Döring heute Dorfplatz
- Hof Gerhold Kasseler Str. 2, Über die handpumpe wurde wurden in den 60er Jahren bei Ausfall der Wasserversorgung von Ippinghausen, das komplette unter Dorf, für
  Mensch u. Tier mit Trinkwasser versorgt.
- Hof Döring, Kasseler Str.4

Das alles war Standard in der damaligen Zeit, es gab keine Untersuchung auf die Wasserqualität oder aus Keime.

4. Da die Wasserversorgung für die zunehmende Bevölkerung und auch für die Tiere nicht mehr ausreichten, beschloss die Gemeinde eine Wasserleitung von Ippinghausen nach Altenstädt in 1909-1916 zu verlegen (Aus der Akte Landratsamt Wolfhagen 1899).

- Gründung des Wasserverbandes Ippinghausen-Altenstädt.
- Wasserleitung, Altenstädt erhält die erste Wasserleitung(Erneuerung 1913-1914 (Erneuerung 1930).

Das alles war so nur möglich weil auch unsere Region mit Strom vom Edersee beliefert wurde (1909)


5. Die Wasserversorgung ohne ein Zwischenspeicher war sehr anfällig, so dass zeitweise die Versorgung zusammenbrach.

- Das Wasser wurde zeitweise eingestellt, rationalisiert oder Pumpen waren defekt.
- Altenstädt hatte zeitweise kein Wasser, die guten alten Brunnen wurden wieder zur Grund Versorgung benutzt.
- Um den Missstand zu beenden wurde 1953 ein Antrag auf Bau von Hochbehälter mit 200 cbm (Spielplatz “Auf der Höhe”) und 2 Zisternen a 25 cbm gebaut (30.000DM), die bis heute in Betrieb sind.

6. 1968 Wasserleitungen wurden instandgesetzt, Erneuerung der Leitung als Ringleitung und Gründung Wasserwirtschaftsverband mit Ippinghausen und Bründersen.

Ab 1.7.1973 beträgt der Preis für einen cbm Frisch- und Gebrauchswasser 1,15 DM. (OB Altenstädt Sitzung vom 09.10.1973)

7. (OB Altenstädt Sitzung vom 22.09.1975)

- Einer Auflösung des Wasserbeschaffungsverbandes Weidelsburg wird zugestimmt, unter der Voraussetzung, dass als Wasserpreis für den Stadtteil Altenstädt der jeweils günstigste Preis von Wolfhagen oder Naumburg angewendet wird.
- Es gab aber Schwierigkeiten weil Wolfhagen und Naumburg unterschiedliche Wasserpreise hatten, aber die Vereinbarung wurde so hingebogen das eine Belieferung für Altenstädt möglich war.
- Am 26.05.1976 beschließt der Ortsbeirat Altenstädt den Wasserliefervertrag von Wolfhagen.

8. Wir haben nur über die Versorgung gesprochen, die Wassermengen mussten aber auch entsorg werden.

- 1950 wurde eine Kanalisation für Gebrauchs- und Abwasser in Altenstädt gebaut.

 

 

 

 

Unser Dorf hat viel zu bieten – von idyllischen Plätzen über historische Stätten bis hin zu Aktivitäten für Jung und Alt. Erkunden Sie unsere Geschichte, das Dorf und die umliegende Natur, die zum Wandern und Erholen einlädt.

Entdecken