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Kunstglaser Welz

Kunstglaser Jörg Welz - in Altenstädt von 2007-2011

Jörg Welz lebte und agierte ca. 4 Jahre in Altenstädt, war dabei nicht nur im örtlichen Vereins- und Kirchenleben sehr aktiv, konnte vielmehr mit seinem Handwerk - dass in der
Altenstädter Kunstausstellung in 2008 zum Durchbruch kam - Bleibendes in Altenstädt schaffen.

Mit der Erstellung der Altarfenster in 2009 schaffte er sich ein kleines Denkmal!
Hier geht es zur Internetseite von Jörg Welz.

Er hütet altes Handwerk
HNA-Bericht vom 23.12.08  -  Von Hannah Cosse
Kunstglaser Jörg Welz fertigt die neuen Bleiglasfenster für die Altenstädter Kirche
Altenstädt. Die Zeit der Bleiglasfenster ist vorbei: "Das ist ein aussterbender Beruf", sagt der Kunstglaser Jörg Welz, der drei neue Fenster für die Altenstädter Kirche gestaltet. "Solche Werke sind meine Chance." Denn in Privathäusern seien die bunten Glasscheiben kaum noch zu finden, und bei den Deko-Artikeln drängten billigere Produkte aus Asien auf den Markt.
Als Kind wollte der heute 56-Jährige eigentlich wie sein Vater Pfarrer werden. "Aber ich war zu faul", sagt Welz und lacht. Stattdessen machte er eine Lehre als Kunstglaser. "Das ist mein Grundberuf, aber im Leben macht man ja meistens mehrere Dinge." So leitete er etwa für einige Jahre nach der Wende ein Hotel in der Nähe von Potsdam und ist auch gelernter Koch und Hotelfachmann. Vor einem Jahr zog er der Liebe wegen nach Altenstädt und trägt noch heute bei der Arbeit in seiner Werkstatt eine Schürze auf der "Landhotel Theodor F." steht.
"Ich bin zwar vom Pfarrweg abgekommen, aber der Kirche bin ich trotzdem treu geblieben." So hat er schon zahlreiche biblische Figuren auf buntem Fensterglas verewigt. Wie die drei Motive für die Altenstädter Kirche genau aussehen werden, weiß der Künstler noch nicht genau: "Glas kann man mit Tusche und Farbe schlecht darstellen".
Welz fertigt neben Fenstern auch Bleiglaslampen und -dekoartikel an und repariert alte. "Man braucht viel Geduld und Fingerspitzengefühl", sagt Welz, so kann ein einzelnes Bild aus bis zu 1000 Teilen bestehen. Je nach Aufwand kosten die Werke 700 bis 1000 Euro pro Quadratmeter.

Millimeterpapier
Drei von neun Fenstern in dem Altenstädter Gotteshaus soll Welz bis Ostern neu gestalten. "Das wird den Kirchenraum kolossal verändern", sagt Welz. Noch ist er aber bei den Vorarbeiten und hat inzwischen den bunten Entwurf vom Millimeterpapier akribisch auf einen Plan in Originalgröße übertragen.
Gut einen Monat braucht Welz dann für eines der fünf Quadratmeter großen Fenster, die aus mehreren Stücken bestehen. Seine Werkstatt in einem ausgebauten Carport ist kaum größer als die Kunstobjekte, und damit er die Fenster auch im Ganzen begutachten kann, hat Welz schon ein Stück Tischplatte an seine Arbeitsfläche angeschraubt.
Übrigens: Interessierte sind ihm bei seiner Arbeit immer willkommen, und in Zukunft will Welz vielleicht sogar einen Bleiglaskunstkurs anbieten. "Ich will meine Arbeit bekannter machen, viele wissen ja gar nicht mehr, was ein Glaser macht." Dennoch sieht er eine Zukunft für seinen Beruf: "Die Zeit der Bleiverglasung kommt wieder", sagt Jörg Welz, "Raufasertapeten und Holzböden sind ja auch wieder modern geworden."

Kontakt:    Jörg Welz, 34311 Naumburg-Altenstädt, Am Schulwald 10,
                  


Fotos: Kreativ: Jörg Welz verarbeitet auch Spiegel in seiner Bleiglaskunst. Fotos: Cosse

Kirchenfenster der SELK-Gemeinde in Balhorn wird im Mai farbig erstrahlen
Buntes Glas für Balhorn
HNA-Bericht vom 21.02.10  -  Von Lisa Maria Neumeyer
Altenstädt/Balhorn. Wind und Wetter muss das aus 470 farbigen Antikglasstücken gefertigte neue Bogenfenster der Balhorner Kirche Stand halten: Als Außenfenster wird es die glasklare Fensterfläche über der zweiflügeligen Eingangstür zur Natursandsteinkirche ersetzen.
Stabil und wasserfest muss die Fläche (1,85 mal 0,85 Meter) sein: Darin liegt laut Jörg Welz, Glaskünstler aus Altenstädt, die größte Schwierigkeit – nur durch zwei, drei Streben, die von innen an das Fenster angebracht werden, und ein spezielles Bindemittel, das die Bleinähte zwischen den Gläsern abdichtet, kann er das gewährleisten.
Er freut sich nach der Fertigung der drei großen farbigen Altarraumfenster in der Altenstädter Kirche, nun auch den Auftrag von der Balhorner selbständigen evangelisch-lutherrischen Kirchengemeinde (SELK) unter Leitung von Pfarrvikar Christian Rehr bekommen zu haben. Die Fertigung des Fensters bedeutet für Welz einen Monat intensive Arbeit.
Segnende, einladende Hände, die Heilige Schrift und die Gemeinde – das soll es nach den Wünschen der Gemeindemitglieder abbilden. Welz ergänzte sie in seinem Entwurf durch zwei weitere Elemente: Himmel und Erde.
Die Fugenstruktur der von hellen und rötlichen Sandsteine geprägten Kirchenfassade wird im Bogen des in einem Stück gefertigten Fensterbildes fortgeführt: „So entstehen Meridiane, die für Dynamik im Bild sorgen“, erklärt Welz. Neben den Längengraden deuten die Bleinähte auch die Breitengrade der Erde an, die im sanften grün-blau gestalteten Himmel auslaufen.
Das farbige Fenster soll von außen wirken: „Die Gemeinde soll beim Betreten der Kirche empfangen und beim letzten Blick auf die Kirche verabschiedet werden“, so Welz.
Auch im Fenster ist die Gemeinde als Gruppe abgebildet: Doch warum fehlen den Gesichtern ihre Züge? Diese Frage wurde Welz nach Vorlage seines Entwurfes schon oft gestellt. „Ich möchte an meinem Stil festhalten, die Darstellung ohne Malerei auszuführen“, erklärt er. Zudem ließe er so der Phantasie des Betrachters freien Spielraum und es würden keine Parallelen zu „einer von mir unbeliebten Person oder jemandem, den ich in schlechter Erinnerung habe“ entstehen.
Leuchtkraft
Niemand soll sich vom Fenster abwenden und der besonderen Leuchtkraft widerstehen können. Welz ist schon auf den Moment gespannt, wenn er das Fenster zum ersten Mal komplett in der Durchsicht sieht: „Nach dem Ablöten der einen Seite drehe ich das Fenster um und sehe es in seiner ganzen Pracht“ - ein heikler Moment, da dann noch jegliche Stabilität fehlt.
Doch Welz ist guter Dinge, das farbige Fenster unbeschadet in der letzten Aprilwoche in den Türbogen der Balhorner Kirche einbauen zu können, bevor es am Sonntag, 2. Mai, mit einem Gottesdienst eingeweiht wird.

Fotos: Das farbige Fensterbild: Jörg Welz muss die verbliebenen Gläser noch mit Bleinähten zu einer Einheit verbinden. Foto: Neumeyer/nh

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