Altenstädt -
Unser Dorf
  

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Heimatliches

Altenstädt -Unser Dorf

Hier werden Gedichte und Geschichten über die Heimat aufgeführt.
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1. Unser ahle Dörfchen
2. Ahles Nest
3. Das Hessenlied
 

1. Unser ahle Dörfchen
umgeschrieben für Altenstädt von Maria Kimm (ca. 2001)

Ahlenstädt war noch’en ahles Nest, s’es schon lange här.
De jungen Liede, kennens so net mer.
De Stroßen waren domols alle nur geschoddert, das ganze Nest war ziemlich verloddert.
Hie un do war schon mo’ne Ecke geplasterd, un in der Schule gab’s au noch eine gedasterd.
Derekt fer der Hußdäre hatte jeder ‘ne Mäste,
als Klo, im Stalle ne Bräderkäste.
Zum Abbotzen gab’s fer Ahle un Junge nur en Fetzen von der Zidunge, von wegen Klopapier.
Des ganze Derfchen war ziemlich brimidief,
das sehde am Kerchdorm, do war lange das Türmchen noch schief.
Off der Stroße liefen noch Gänse un Hiener
Un mit der Schelle kam der Dorfdiener.
Der machte zum Beispiel bekannt,
am ersten wird’s Wassergeld bezahlt bar off de Hand.
Wer kannte do schon ‚nen Barscheck oder worde ewerwessen,
do hot mancher das Bezahlen absichtlich vergessen.
Engekauft worde noch bie den Kaufmannslieden,
das waren jedenfalls noch schöne Zieten.
Un bie der ahlen Ulle, glich eme die Ecke,
gob’s bie dem Bäcker Knippschild noch Wasserwecke.
Jo domals war’s im Derchen noch scheen
Do konnste noch medden off der Stroße gehn.
Macheste hedde querreffer net trabb,
dann fährd dä so’n Affe de Absätze ab.

Sonnabends worren 3 Mann im selben Wasser im Stunze gebadet,
Un stellt och mo der – es hot kinnen geschadet.
6 Mann moßten an en Handtuch sich botzen,
das war fer ne Modder vor größden Notzen.
Dog gab’s noch kinne Waschmaschien oder ‚ne Schleuder,
wer väle Wasser verblemberde, das war en Luder
Offgebodset wurde medem Schrobber,
wo immer der Stähl war loose.
Als Lumben hademe Omas kabudde Unnerhose.
De Omas hadden do noch Hosen met Schletzen,
im Sommer sehr angenehm, wechen dem Schwetzen.

Sonntags ginge me alle in de Kerche,
das gab do soh’n richtiges Gewärche.
Der Parr war do drewer richtig bewächd,
do war der letztoe Platz belächt.
Do saßense off der Richen wie Orchelpiffen,
obwohl manche vor der Predicht ewerhaupt nix begriffen.
Die waren awer ned dumm. Ei bie Gott kenne Doofen,
sä waren fär Müdigkeit nur engeschloofen.
Docj kaum warense us dem Dempel drusse,
dann saßense schon im Wirtshusse.
Hie machden se dann Schoppen un Kännchen,
un hinnerher das Wackelmännchen.
Waren se dann voll wie ne Kanallche,
dann kozzen se bie Toben ewer de Kralche.
Daheime gab’s im Stalle von der Ahlen dann Schmässe,
wenn’s dicke kam, dann laachen se im Schesse.
Nu werense frochen, woremme das alles im Stalle,
hä musste mo bullern, hinnern Kiewen, das machten alle.

De Sommern waren sonnich, es roch herrlich no Hau,
un me schließ noch bie der eigenen Frau.
De Kenner wurden do noch vom Klapperstorch gebracht,
un net wie hedde, daheime selber gemacht.
Do stands Bullerdeppen noch unterem Bedde,
un im Wender kam die Wärmeflasche medde.
Mä schlief noch mit Ungerhose un Hemmed,
un 2 mal pro Woche, worden de Hoore gekämmet.
Fer ens Jungen war der Kamm awer fehl am Platze,
mä hadden doch alle ne Glatze.
An den Hosen waren noch Knöppe am Latze,
Net wie hedde, nen ewig kaputten Reißverschluss,
Un bast me net off – dann gigged au noch s’Gloggensteggchen russ.
Domols waren de Hosen knielang, gingenbis off de Waden,
un domitte gingeme ins Semmete baden.
Do trug me noch Hosenträger mit Lederriemen,
un net en Gramm Fett war off nen Ribben.

Das Essen war do au net das Beste,
ein Kottlet gab’s höchstens zum Weihnachtsfeste.
Bellkartuffeln gab’s mit Duggefett oder griene Soße,
das machte den Stuhlgang au scheene lose.
Da aß me Kohlraben un Ferkelfüße,
un sonntags gab’s au noch Lauchgemüse.
Me bruchte kenn Diätplan oder Schlankheitspillen,
do wurde geschuftet, dann vergingen die Grillen.
Mit der Gesundheit war’s zum Besten bestellt,
färn Doktor oder Zahnklempner do hatteme kinn Geld.
Do hatten au die Ältesten noch Zähne wie Haie
Unnen gar keine, oben aber noch zweie.
Mä kannte au noch kinnen Bulldog oder Gummiwachen,
da wurde isenbereift noch mit den Kiwen gefahren.
De Dreschmaschine wurde von 6 Päaren gezochen,
das kudde mä glauben, das ess net gelochen.
Do fuhr noch kinn Auto oder Omnibus,
nen Sonntags ging mä zu Fuß noch russ.

Mä bruchten kinne Garasche oder Partykeller,
da waren me froh ewer Kartuffeln offen Täller.
Es gab net jeden Tag Fleisch oder Worscht,
do soffeme noch Leidungswasser fer nen Dorscht.
Do brachte noch’s Lieschen im Herbst die Zäche nohm Bocke.
Un passte genau uff – egal ob’s hinnerher heimzus auch stinken tat,
von oben bis unnen am Rocke.
Im Geist, sah’s nämlich schon so nen kleines Zächenlämmchen ganz fresch knusprich,
gebraten Oster uffen Tisch.

Un wenn me zum Schwätzen off der Treppe versammelt,
nachts wurde kenne Dähre verrammelt.
Mäh hatte ungernanger noch vertrauen,
un keiner tat dem anneren was klaun.
Ging’s tagsebber zum Arbeiten off’s Feld,
war keiner mehr daheime, wurde einfach en Risserbesen fär de Hußdähre gestellt.
Do war einer färm anneren noch do,
un half, wenn nedig, ohne Darro.
Hädde gigged einer den anneren net ahn,
dass ganze Leben verleift nur noch nach Plan.
8 Stunnen arbeiten, 4 Stunnen Fernsehn geglotzt,
sprecht me en Wort, wird me glich angemotzt.
Hahls Mull, sei stille oder geh ins Neste ahles Gefitze,
klagst doch als hättestes so em Kretze.

Jo so hott sich geändert de Welt un die Zeit,
ich brachte zurück etwas Vergangenheit.
Erinnern wir uns alle gern daran,
es war doch unsre Kennerzitt.
Und heute?
Wir fortschrittlich, aufgeschlossen und nett,
ist geworden unser Dorf „Altenstädt“.
Wirtschaftswunder, Neuheut und Technik hat nicht vor’m Dorf halt gemacht,
für Neuerungen war jeder Einwohner stets bedacht.
So ist aus Altenstädt das geworden wie’s heute da steht,
kommt gern alle mal, Ihr lieben Leute,
damit Ihr es kennen lernt und auch mal seht.
Denn wir können uns alle glücklich preisen,
weil wir Altenstädter Schauten heißen..

2. Als Altenstädt noch ein ahles Nest war
Lied-Text von Maria Kimm und Anneliese Ritter (2000)

Nach der Melodie: „Als Kassel noch ein ahles Nest war“
Als unser Dorf noch war en Nest, dass eß schon lange her.
Die Kleinbahn, ja, die gab´s noch net un auch net so´n Verkehr.
Auf Schusters Rappen ging man all zur Arbeit un auf´s Feld,
glücklich wer Pferd un Kutsche hat: sah mehr von dieser Welt.

VALLERIE – VALLERA....

Kein fließend Wasser un kein Strom, den gab´s auch damals nicht,
glücklich war, der ein Brunnen besaß un Petroleum für´s Licht.
Das Plumsklo bei der Miste stand, was war man oft so froh,
wenn nachts man selig schlafen konnt in einem Bett aus Stroh.

Die Wecke waren damals beinah nochmal so groß,
für arme Leut gab es halt die Wasserwecke bloß,
Und Brot buck man selber sich im Backhaus hier und da,
sechs große Laibe acht Pfund schwer - die reichten 14 Tag.

Wo heute unser Dorfplatz ist, da stand einst ein großes Gut,
den ahlen Döring ihr noch kennt, war der so sehlensgut.
Verpachten tat er all sein Land an kleine Leute hier,
die trieben selbst dann Landwirtschaft un hielten sich auch Vieh.

Handwerksberufe gab es auch in unserem Dorf hier viel,
Stellmacher, Sattler, Schreinerei, Schneider un au ein Schmied.
Und wenn vom Schuh der Absatz schief, zum Schuster ging man henn.
Der klopfte schnell ein Leisten drauf un auf die Sohlen Pinn.

Als Gänsewiese früher war das Semmet sehr beliebt,
und jeder von den kleinen Leut sein Gänslein dorthin trieb.
Auch Ziegen hüten machte man den Kindern früh zur Pflicht,
da gab es keinen Kommentar: „Nein so was mach ich nicht“.

Den Kiewehierten gab´s auch noch, die Hute uns bekannt,
blies er sein lautes Kiewe rus, kam´s Vieh schon angerannt.
Dann ging´s auch mal den Illersweg, hinaus in´s Mühlenholz,
und satt gefressen abends heim zum Stall trieb er sie stolz.

Es gab auch einen Schwinnehirt, den kleinen Kesperlein,
die grunzende Schwinneschar in die Hardt trieb er sie rein.
Und bei dem vielen Borstenvieh mittendrin ein Eber auch.
Was freute sich ein Bauer dann, wenn trächtig war ´ne Sau.

Gemeindeblättchen gab´s au nicht, dafür den Rappelmann,
wenn seine Schelle drang durch´s Dorf, da wusste jedermann,
mit seiner Stimme rief er laut Bekannt-Bekannmachung,
ihr Leute hört heut alle her, was ich Euch sage kund.

Die Kirmesse, ein Dorffest war für Alt und auch für Jung,
Gesundheiten wurden gespielt mit Gaudi und mit Schwung.
Und dicht gedrängt in Dowen Saal, war er auch noch so klein,
gefeiert wurde durch die Nacht, eh ging kaum jemand heim.

Und war erst mal der Winter da, es gab noch richtigen Schnee,
der Schmeddegasse rabb gesaust, das machte Spaß- Juchee.
Nur wenn dem Hackelberge ruf, das Gummimännchen kam,
dann war der schöne Spaß vorbei und alles reißuss nahm.

Und wer was tauchte zu der Zeit, der schlachtete en Schwinn,
s´gab Ferkelfüße, Weckewerk un au ´nen Brandewinn.
Das Schlachtefest war damals noch ne Sause wie noch nie,
am nächsten Tage brachte man den Nachbar Wurschtebrie.

In kurzen Versen brachten wir, zurück Vergangenheit,
erinnern wir uns gern daran, war unser Kinderzeit.
Und stammen wir von arme Leut, das macht uns heut nichts aus,
wir lieben unser Dörfchen sehr, und fühlen uns hier zu Haus.

3. Das Hessenlied
...ist die Hymne des deutschen Bundeslandes Hessen. Es zählt zu den zahlreichen im deutschsprachigen Raum verbreiteten Regionalhymnen.
Das Hessenlied entstand wie die meisten Werke dieser Kategorie in der wilhelminischen Ära. Die Melodie des Hessenliedes komponierte der Kasseler Musiklehrer Albrecht Brede; den zugehörigen Text verfasste der zu Lebzeiten recht bekannte Lyriker Carl Preser (1828 - 1910).
Quelle: Wikipedia

Das Hessenlied wurde oft vom Altenstädter Kirchenchor aufgeführt, ist aber auch im Repertoire des MGV.

1. Ich kenne ein Land, so reich und so schön,
voll goldener Ähren und Felder.
Dort grünen vom Tal bis zu sonnigen Höh'n
dufthauchende, dunkele Wälder.
Dort hab' ich als Kind an der Mutter Hand
in Blüten und Blumen gesessen.
Grüß' Gott dich, du Heimat, du herrliches Land.
Grüß' Gott dich, mein liebes Land Hessen!

2. Den Burgen auf ragenden Höhen mein Gruß,
den Wäldern im Morgenrotstrahle,
den Strömen, die eherner Felsklippen Fuß
wild rauschend umspülen im Tale!
Grüß' Gott, wo ich einst an des Bächleins Strand
in Blüten und Blumen gesessen.
Grüß' Gott dich, du Heimat, du herrliches Land,
Herz Deutschlands, mein blühendes Hessen!

3. Dein Stamm, den die Urflut der Zeiten gebar,
hat fest in den Stürmen gestanden
und tapfer getrotzt der Geschicke Gefahr,
wenn and're schon zitternd sich wanden.
So wollen wir schirmen mit Hammer und Schwert
dich Hort, dessen Wert kann ermessen
kein Feind, der dir zornig den Frieden verwehrt:
Dein Schild sind wir, starkes Land Hessen!

4. Mag unsere Frist auch im Traume verweh'n
und stürzen, was wir dir gegeben,
wirst du doch den Morgen der Ewigkeit seh'n,
wirst Mutter sein strahlendem Leben,
denn stolz loht im Herzen der Enkel der Brand,
den einst uns're Ahnen besessen:
Gott grüße dich, Heimat, der Seligkeit Pfand:
unsterbliches Vaterland Hessen!

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