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Großbrand 1885

Großfeuer in Altenstädt im Jahre 1885!
In Altenstädt hat es immer wieder Großbrände gegeben, bis in die 70er Jahre dieses Jahrhunderts hinein. Doch der Brand von 1885 hatte eine besondere Dimension. Es brannten 16 Häuser nieder, es heißt, dass von diesem Brand 19 Familien betroffen wurden und “10 Personen durch Reihumessen bezw. milde Gaben erhalten werden” (aus Schulakten).
Vernichtet wurden:

Haus-Nr.

Eigentümer

Neubau

20 4/8

Möller, Johann Conrad - Fabrikarbeiter

-

35

Heinemann, Reinhardt - Tagelöhner

-

35 1/2

Johannes, Mathias + Daniel, Martin

-

39 1/2

Kimm, August

1888/89

39

Schlutz, Reinhardt - Stellmacher

1888/89

41

Henkelmann, Reinhardt - Schneider

1888/89

41 1/2

Gabriel, Johann Philipp

-

42

Kimm, Adam

1888/89

43

Schwarz, Georg Martins Frau + Schlutz, Johannes Kinder

1888/89

44

Gerhold, Johann Conrad - Tagelöhner

-

47

Schäfer, Martin - Schneider+Ackermann

1888/89

48

Eubel Jacobs Frau

1888/89

49

Wenzel, Martin - Tagelöhner

-

49 1/2

Bornemann, Martin - Tagelöhner

-

51

Theis, Martin - Ackermann

-

69 1/4

Döring, Heinrich - Ackermann

1888/89

Die betroffenen Häuser standen überwiegend in der Teichstraße (ortseinwärts auf der linken Seite ab Fam. Kimm), aber auch an anderen Stellen. (siehe auch “Gebäuderolle”)

Ein weitere Brand sorgte 1887 für Schlagzeilen in der Presse:
Die Häuser der Familien Riedemann, Rießler und Hamel wurden”eingeäschert”, in den folgenden Jahren aber wieder aufgebaut. So hieß es in der Wolfhager Zeitung:
“Altenstädt, 14. October. Am heutigen Vormittage brach in dem Schafstalle des Bürgermeisters Riedemann auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches binnen Kurzem auch das Wohnhaus und Scheune ergriff. und von da aus, begünstigt durch den heftigen Wind, sich auf das benchbarte Anwesen des Ackerbürgers Hamel ausdehnte. Der zunächst auf dem Brandplatze erschienenen Feuerwehr von Bründersen, Balhorn und Naumburg gelang es , das Feuer von drei Seiten einzuschränken, während der durch Telephon gerufenen freiwilligen Feuerwehr von Wolfhagen bei ihrer Ankunft die Aufgabe zufiel, das bereits im Dache brennende Wohnhaus des Ackermanns Rißler im Brande niederzuhalten.
Nach 7-stündiger Arbeit konnte sie dieser Aufgabe gerecht werden und so die zunächst gefährdeten Gebäude des Ackermanns Briehl und Bettinghausen vor Übertragung des Feuers bewahren und damit auch nach dieser Seite hin dem Brande Einhalt zu thun. Leider wurde, und das soll hier nicht unerwähnt bleiben, dem Bemühen der freiwilligen Feuerwehr in mehrfcher Weise entgegen gearbeitet, woraus sich die lange Thätigkeit derselben erklären läßt und bleibt es der bereits schwebenden Untersuchung vorbehalten, weiteres Licht in dieses Dunkel frevelhafter Begebenheiten zu bringen, vorerst mag es genügen, zu erwähnen, daß die auf dem Brandplatz anwesenden Beamten Veranlassung fanden, allen Personen, welche nicht zum freiwilligen Verbande gehörten, den Zutritt zu verbieten, und die Freiwillige selbst als Sicherheitsposten aufzustellen. Hoffentlich gelingt es der Staatsbehörde, die bei diesem frevelhaften Treiben Betheiligten zu ermitteln und deren Bestrafung herbeizuführen.
Ferner wollen wir noch der furchtbaren Thätigkeit, welche die Ortsangehörigen in Altenstädt während des Brandes auf dem Felde entwickelten, nicht unerwähnt lassen, und der Vergessenheit entreißen, umsomehr, als sie sich erst unter Androhung hoher Strafen bereit finden ließen, die auf dem Felde thätigen Gespanne zum Wasserholen heim zu bringen. Inwieweit auch die Mannschaften der Altenstädter Spritze wegen vorzeitgen Verlassens der Brandstelle straffällig sind, wird die eingeleitete Untersuchung nocht ergeben. Bemerken wir noch, daß sich der Wolfhager freiwillige Verband, welcher hier zum erstenmale in Thätigkeit trat, sich vollauf bewährt hat, und sich als eine Corperation darstellt, auf welche man sich in allen Fällen verlassen kann, welcher Ansicht der Herr Landrath von Buttlar nicht umhin konnte beim Einrücken in die Stadt Asudruck zu geben.”
Über das Ergebnis der angeblichen Untersuchungen und Strafbarkeit fehlen alle Hinweise.
Die Häuser standen übrigens mit der alten Hausnummer 31, 32 + 33 an der Ecke “Heinrich-Schröder-Straße - Voßborn”, heute Familie Bräutigam, Pfennig und Rißeler.

Quelle: 1150 Jahre Alahstat - Aldenstede - Altenstädt 831-1981 von Georg Feige (1981)
 

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