Altenstädt -
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831: Erste Namensnennung

Altenstädt: Die erste Namensgebung!

von Georg Feige
Wenn unser Dorf in einer Klosterurkunde aus dem Jahre 831 erstmals als Alahstat erwähnt wird und damit aus geschichtlich dunkelster Zeit heraustritt und von sich Kenntnis gibt, dann war das nicht auch seine Geburtsstunde. Dies hätte ebensogut früher oder später sein können.
“Alahstat” tacht erstmals in einer Urkunde über einen Tausch auf: Das Kloster Prüm in der Eifel tauscht mit dem Kloster Fulda Besitztümer, wahrscheinlich um diese besser zu “ordnen” - eine Art Flurbereinigung also.
Unterschrieben hat die Urkunde übrigens auch Kaiser Ludwig der Fromme.
Hier eine Ausschnitt aus der Urkunde, die allerdings nur als Abschrift (um das Jahr 1150) vorhanden ist (Güterverzeichnis des Klosters Fulda durch Eberhard):
“Es übereignet also der Abt Rabanus mit Zustimmung seiner Brüder dem Abt Marquard unb den Ort Schwalbach, der im Lahngau gelegen ist, und an anderen Orten, die zu diesen Besitz gehören sowie im Ort Ursel, der im Niddagau gelegen ist, aus den Besitzungen des hl. Märtyrers Bonifatius 45 Hufen und eine Hufe in der Gemarkung jener Ortschaft, die Sindlingen heißt, ebenso viele Besitzungen, die einst die adligen Herren Appo und Suiker dem Kloster Fulda übergeben haben sollen.
Desgleichen aber gibt vorgenannter Abt Marquard seinerseits als Gegenleistung dem Abt Raban und dem Koster Fulda, was er aus der Hinterlassenschaft  der Frau Lantswinda, der Witwe des Grafen Agilbert, in dem Ort Alahstat, der im Hessengau liegt, besitzt, nämlich 45 Hufen mit ebenos vielen Leibeigenen.”
Altenstädt muss zu dieser Zeit ein relativ großes Dorf gewesen sein. In der näheren Umgebung existierte nur Balhorn, Naumburg gab es längst noch nicht und die Orte mit der Endung “-hausen” kamen alle eben erst auf.
Zum Namen “Alahstat”: Der Wissenschaftler Prof. Wilhelm Arnold aus Marburg erklärt Alahstat als hochaltertümlichen Ortsnamen, der seine Ursprung in der Urzeit habe (darunter wird hier die Zeit vom 4.Jahrundert vor bis zum 4. Jahrhundert nach Christi Geburt verstanden). Das altsächsische “alah” wird auch als “Heiligtum” erläutert. E. Förstermann erklärt Alahstat als “umzäuntes, eingefriedetes Heiligtum”.
Übrigens soll es zwischen Balhorn und Alahstat “unzweifelhaft” engste kultische Beziehungen gegeben haben!
Mit der Christianisierung musste auch der “heidnische” Name weichen: Aus Alahstat wurde “Aldenstede” und schließlich “Altenstädt”. Der Name Altenstädt wurde erst unter dem Einfluss der lutherischen Bibelübersetzung von “Verwaltungsschulmeistern” für nötig erachtet. Mit “Stadt” hat die Namensnennung aber nichts zu tun: An dieser “Stätte” stand eh und je ein Dorf!

Quelle: 1150 Jahre Alahstat - Aldenstede - Altenstädt 831-1981 von Georg Feige (1981)

Abschrift der Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1150 (Original 831), in der Altenstädt das erste Mal (unter dem Namen Alahstat) erwähnt wird.

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